Postwurf


Armin Thurnher
Vorwort | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Wir müssen uns was wegnehmen, damit wir alle mehr bekommen. Zur Ideologie der Postprivatisierer.

Wir erleben große Tage der Privatisierung. In Kärnten privatisiert Jörg Haider das Recht. Das Volk will keine zweisprachigen Ortstafeln, sagt er und missachtet den Spruch des Verfassungsgerichts, weil er die Stimmen seiner treudeutsch einsprachigen Dragaschniggs und Sagerschniggs braucht. Sein BZÖ-Kollege Hubert "Go-go" Gorbach argumentierte bei Tempo 160 ähnlich. Es respektiere ohnehin niemand die Geschwindigkeitsbeschränkungen, behauptete er, also weg damit. Wenn morgen die Leute anfangen, sich zu nehmen, was ihnen passt, werden wir halt Raub und Diebstahl straffrei stellen.

Privatisieren heißt bekanntlich berauben, der Öffentlichkeit etwas wegnehmen, um es als Einzelner einzustecken. Nur in Sachen, wo die Besitzverhältnisse offenkundig sind, geht es mit der Privatisierung nicht so glatt. Wenn nämlich jüdisches Privateigentum betroffen ist, das der Nazistaat

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