PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

Die Welt des Karl Moik war stets heil. Keine mieselsüchtige political correctness verpestete die bierschwangere Atmosphäre in seinem Musikantenstadl. Über "Spaghettifresser" durfte noch herzlich gelacht werden, und wenn drei Bühnendodeln mit schwarz angefärbelten Gesichtern einmal Bimbos verarschten, klopfte sich das Publikum vergnügt auf die Schenkel. "Da Rassismus zu unterstellen ist eine Dummheit, die Leute haben gelacht, sich unterhalten, und wir haben einen Spaß gemacht", reflektiert der vom ORF abservierte Moik nun in News mit der für ihn typischen Distanz zum eigenen Werk. Wenns eine Gaudi gibt, kanns doch nicht böse sein, oder? Ob er "Neger" für ein Schimpfwort halte, hakt News nach. "Nein, überhaupt nicht", gibt Moik zu Protokoll. Dann sinniert er noch über den Sittenverfall im Unterhaltungsfernsehen: "Im Showbiz gab es früher einen Anstandsrahmen, der nicht überschritten wurde. Aber in meinen 25 Jahren ist alles anders geworden." Da hat er recht, doch vielleicht wendet sich alles wieder zum Besseren. Moiks Abgang ist ein guter Anfang.


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