FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

Egal, wie Vera draufsteht, es ist immer Vera drin. Wer schon erleichtert war, dass das Hardcore-Boulevardmagazin "Vera" tot ist, verkalkuliert! In ihrer neuen Gesundheitsshow "Primavera" (Do, 20.15 Uhr, ORF 2) macht uns Vera Russwurm auf gnadenlose Art klar, dass es wurscht ist, welche Sendung sie moderiert - es läuft auf die gleiche menschenverachtende Vorführung von Menschen heraus, die ein Problem haben. Jetzt ist es halt keine arme Mutter mehr, die sich dafür rechtfertigen soll, dass ihr Sohn einen halben Kindergarten niedergemäht hat - nun muss sich eine sympathische dicke Familie in Unterwäsche die Problemzonen abfilmen lassen, Thema "Übergewicht". Die Abnehmwilligen werden kameramäßig begleitet, eine schlecht gespielte Dokusoap. Im Studio darf dann noch ein ehemaliger 140-Kilo-Mann, der jetzt Marathon läuft, sein Leiberl ausziehen und zeigen, dass er keine Fettschürze hat. Wow, kann man da mal hinzoomen? Die Ärzte hier sind mehr Staffage, Hauptsache Experten. Es ist also bald auch mit Syphilitikern zu rechnen, die bei Frau Rußwurm ihr Leiden kameragerecht präsentieren. UnVERAntwortlich!


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