Gold in der Kehle

Maya Mckechneay | Kultur | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

FILM Die Dokumentation "Inside Deep Throat" nähert sich auf unterhaltsame Weise einem mythenumrankten Pornofilm. 

Wenn die ganze Menschheit einmal im Monat Porno sieht, wird die Welt ein bisschen besser." Das behauptete jedenfalls Lasse Braun, ein italienischer Produzent. Brauns Softcorearbeiten aus den Siebzigerjahren, in denen sich dralle Mädchen in Federboas räkeln oder zu Vibrafonklängen FKK-Tortenschlachten liefern, gelten heute als Kult.

  In München, der Geburtsstadt der Rezensentin, war es jedenfalls üblich, gleich nach dem 18. Geburtstag ins Werkstattkino zu gehen, dort Filme von Braun oder Joe D'Amato ("Emmanuelle") auf zerkratzten 35-mm-Kopien zu sehen und einen Schnaps dazu zu trinken, weil das Kino durch dessen Verkauf ("geschlossene Clubveranstaltung") den Pornoparagrafen umging. Zumindest einmal saßen die frischen Volljährigen auch - Fläschchen in der Hand - im geheimnisumwitterten, im Vergleich zu den anderen Filmen aber enttäuschenden "Deep Throat": Die Geschlechterrollen

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