STREIFENWEISE

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

Psychoanalytiker dürften an der Obsession französischer Regisseure wie Philippe Lioret vermutlich ihre Freude haben. "L'Équipier" spielt auf Ouessant, einer kleinen Insel vor der bretonischen Küste, wo die Leute, so will es das Klischee, hart, aber nicht unbedingt herzlich sind. In einer groß angelegten Rückblende erinnert sich Mabé, "Die Frau des Leuchtturmwärters" (so der deutsche Verleihtitel), des allzu kurzen Sommers von 1963 und ihrer folgenreichen Liaison mit Antoine, der mit einer kaputten Hand aus dem Algerienkrieg hierher, ans Ende der Welt, gekommen war. Die Hauptrollen spielen, für ein Melodram eher unüblich, die Landschaft, besagter Leuchtturm sowie Grégori Derangère und Sandrine Bonnaire, deren Mitwirkung die mit 2004 datierte Routineproduktion wohl ihren Kinostart hierzulande verdankt.

  Alles andere als Routine sind internationale Koproduktionen unter österreichischer Federführung. Der jüngste Versuch nennt sich "Henker", basiert auf einem Drehbuch von Susanne

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