OHREN AUF! Sanfte wilde Kerle


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

Dissidente Spielweisen "klassischer" Instrumente erfreuen sich in der improvisierten Musik großer Beliebtheit. Bei einem Cello zum Beispiel werden die Saiten dann nicht einfach mehr oder weniger sauber gezupft oder gestrichen, sondern es wird eine Schnur durch diese gezogen oder mit dem speichelfeuchten Finger über den Resonanzkörper gefahren. Interessant, eventuell, vielfach aber auch nur anstrengend. Mats Gustafsson & David Stackenäs zum Beispiel spielen Saxofon und Gitarre. Okay, wer dergleichen Musik kennt, wird die Instrumente erraten: nein, doch keine im Vänernsee versenkte Armada von Gurkengläsern unterschiedlichen Durchmessers, sondern das Saxofon von Gustafsson; nein, doch nicht die zufällige Begegnung eines Hackbretts mit einem elektrischen Cocktailrührer auf einem Seziertisch, sondern Stackenäs' Gitarre. Aber warum in Thors Namen heißt das Album "Blues" (Atavistic/Trost)? Hm. Vielleicht klingt nordschwedischer Meeresbusenblues so?

Mats Gustafsson kann seinem Saxofon

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