Fideles Sauschlachten

Kultur | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

LITERATUR In Matthias Polityckis Roman "Herr der Hörner" lernt ein deutscher Banker Kubas Hauptstadt und deren dunkle Riten kennen. 

Vergangenen Frühsommer veröffentlichte eine Autorengruppe in der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit ihr Manifest eines "relevanten Realismus". Deutsche Befindlichkeit und Berliner Mietshäuser wurden darin als literarische Themen verworfen, stattdessen Handfestes, Pralles - schlichtweg Relevantes eingefordert.

  Zu den Verfassern des von der Kritik bis zu den Autorenkollegen allerdings fast durch die Bank abgelehnten Textes - warum sollte man sich vorschreiben lassen, worüber zu schreiben sei? - zählte Matthias Politycki. 1955 geboren, schlägt man ihn der sogenannten 78er-Generation zu, die im Gegensatz zu den 68ern und 89ern als eine öffentlich eher unterrepräsentierte Autorengeneration gilt.

  Politycki ist hier freilich die Ausnahme von der Regel. Nach experimentellen Anfängen feierte er in den Neunzigerjahren mit Büchern wie dem "Weiberroman"

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