Zeichnen ohne Gummi

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

LITERATUR Anselm Glück schreibt, malt und zeichnet sich mit rastloser Lethargie durch die Welt in seinem Kopf. Der "Falter" versuchte hineinzusehen. 

Es gibt eigentlich erstaunlich wenig Bücher mit wirklich zündenden Titeln. "Die Schlafwandler" sind so schlicht und gediegen langweilig wie "Die Dämonen" oder "Die Ausgesperrten"; "Die Blendung" haut einen so wenig um wie "Die Wiederholung". Thomas Bernhards wuchtig lakonisches "Beton" oder Margit Schreiners kaskadierendes "Die Unterdrückung der Frau, die Virilität der Männer, der Katholizismus und der Dreck" gehören zu den wenigen Beispielen in der österreichischen Nachkriegsliteratur, die nicht so klingen, als gäbe es bereits in einem halben Dutzend anderer Sprachen ein Werk gleichen Namens.

  Ein Händchen für pfiffige Titel hat jedenfalls der gebürtige Linzer Anselm Glück. Seine Bücher heißen unter anderem "die eingeborenen sind ausgestorben", "ich meine was ich tu" oder "ich kann mich nur an jetzt erinnern". Nun hat Glück,


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