STADTRAND

Gesundheit!

Stadtleben | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

Verschwitztes Gesicht, geschwollene Augen, rote Nase: So jemand gehört ins Bett und gesund gepflegt, aber nicht in den Supermarkt. Und auf keinen Fall in die Obst-und Gemüseabteilung. Die Frau hatte ganz bestimmt auch noch Fieber. Ich hatte schon Mitleid mit ihr, wie sie da ein wenig ratlos vor den Orangen und Zitronen herumstand. Da ist wohl niemand, der für sie das Zeug holt, dachte ich. Und: echt arm. Aber dann holte Frau Grippe ganz tief Luft, zielte und prustete ein herzhaftes "Hatschi" über das komplette Sortiment an Früchten. "Gesundheit", riefen die Umstehenden und entfernten sich rasch. Ich beschloss, mir meine Vitamine heute woanders zu besorgen. Muss das sein? Wer krank ist, soll zu Hause bleiben. Das ist nämlich besser fürs Gesundwerden und gut für die, die's noch nicht erwischt hat. Auch in vollen U-Bahnen mag ich nicht, dass man mich anniest, und Tröpfchen aus fremden Nasen sollen, bitte schön, nicht auf mir landen. An alle Verkühlten: zu Hause bleiben, gesund werden, auskurieren, pflegen lassen und jemanden schicken, der euch das Obst und Gemüse kauft. Und: Gesundheit! C. W.


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