Kaffeesieden im Blut

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

KAFFEEHAUS Vor fast einem Jahr starb Josefine Hawelka, Österreichs berühmteste Kaffeesiederin. Seitdem führt ihr Enkel Amir die Geschäfte des legendären Cafés - und zwar so, dass sich in dem Familienunternehmen ja nichts ändert: Im Hawelka hat Stillstand nämlich Methode. CHRISTOPHER WURMDOBLER

Jössas na! Einmal, ein einziges Mal habe er es gewagt, eine Tapete zu ersetzen. Eh nur eine Bahn. Weil die alte nicht nur schon sehr alt und vergilbt, sondern vor allem schon sehr zerrissen gewesen war. "Das war eine Katastrophe", erinnert sich Amir Hawelka an die Reaktion seiner Großmutter. "Die Oma wollte immer, dass man hier alles so lässt. Sie war schon auch extrem." So richtig traut sich bis heute niemand, im Café Hawelka irgendetwas zu verändern. Immerhin: Vergangenen Sommer hat man endlich einen Schanigarten aufgesperrt, die sanitären Anlagen wurden ein wenig erneuert, und auch in der kleinen Küche muss nichts mehr behördlich beanstandet werden. Im Gegensatz zu früher: "Wenn


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