Wienansichten

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 03/06 vom 18.01.2006

TRADITION Der 1938 vom Nationalsozialismus zerschlagene Postkartenverlag Brüder Kohn war einst der größte des Landes. Eine Internetdatenbank soll demnächst Fundstücke und Raritäten präsentieren. 

Es könnte ein frostklarer Jännertag des Jahres 1906 sein. Es könnte ein Morgen vor hundert Jahren sein, wäre nicht das Gedudel und das Gute-Laune-Getue von Ö3. Im Büro der Brüder Kohn, Teinfaltstraße 3, Innere Stadt, beste Lage, scheint die Zeit abrupt stehen geblieben zu sein. Es gibt ausgesuchte Sitzmöbel, Tische, Vitrinen, alle Stücke sind hervorragend erhalten, einige dürften über hundert Jahre alt sein. Auf einer Truhe sind ein Posthorn und ein altertümlicher Briefkasten dekorativ platziert. In Bilderrahmen Schwarz-Weiß-Fotos von Menschen, die ernst in die Kamera blicken. Es gibt auch einen mannshohen Tresor, der seit Jahrzehnten hier steht. Nur einmal wurde er bislang verrückt, eine Postkarte erzählt davon. Auf das bunt bedruckte Stück Karton sind Menschen mit dicken


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