VOR 20 JAHRENIM FALTER

Vorwort | aus FALTER 04/06 vom 25.01.2006

Es kommt alles wieder. Oder, noch schlimmer, es bleibt alles beim Alten. "Das Slowenen-Wegzählen, das in Kärnten nicht erst seit der ,Volkszählung besonderer Art' im Jahr 1976 eine gewisse Tradition hat, wird noch immer fleißig geübt. Zuletzt als Attacke gegen den zweisprachigen Unterricht. Das Kärntner Gewohnheitsrecht bricht noch immer das Verfassungsrecht zum Schutz der Minderheit."

So stand es im Vorspann zu einem Artikel des Klagenfurter Pädagogik-Professors Peter Gstettner, erschienen im Falter zu einer Zeit, als Jörg Haider ein kleiner, eben erst aus Oberösterreich zugewanderter Parteisekretär war. Die Zeit scheint stillzustehen im Schatten der Karawanken. Zwar hatte der Kärntner Heimatdienst nur neun Prozent Zustimmung für sein Volksbegehren erhalten, deutsch-und slowenischsprachige Kinder im Unterricht zu trennen. Das Slowenen-Wegzählen hatte dennoch immer noch Saison.

Gstettner schrieb vor zwanzig Jahren: "Es kommt gar nicht darauf an, diesen oder jenen ,Rechenfehler' nachzuweisen. Im Grunde müsste sich unsere Art, das Mehrheits-und Minderheitsverhältnis zu denken, tiefgreifend und qualitativ ändern. Wenn irgendwo ein Schlussstrich gezogen werden soll, dann wohl unter den hier aufgezeigten Typ des Slowenen-Kopf-Rechnens.

Das Slowenen-Wegzählen hat nicht erst seit der ,Volkszählung besonderer Art' aus dem Jahre 1976 eine besondere Tradition. Es würde aber eine ,demokratischen Demokratie' - so eine Formulierung von Landeshauptmann Leopold Wagner (SPÖ) in seiner Rundfunkrede vom 1. 12. 1985 - gut anstehen, mit dieser Tradition zu brechen und sich darauf zu besinnen, dass das ,Recht des Stärkeren' die Rechte der Minderheit zumeist nicht zu schützen und zu wahren imstande ist." In Stein meißeln und am Klagenfurter Landhaus anbringen!


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