Monstrum in der Mangel

Gerald John | Politik | aus FALTER 04/06 vom 25.01.2006

EU Massenarbeitslosigkeit, Prasserei und die Einheitsgurke: Die Österreicher werfen der EU viele Schandtaten vor. Was haben die Eurokraten wirklich verbrochen? Die gängigsten Mythen im Reality-Check.

Ein "diktatorischer Moloch", genährt durch "größenwahnsinnige Gier von Fantasten und Politikern": So sieht Kronen Zeitung-Leserin Martha Grohar die EU - und spricht vermutlich vielen Landsleuten aus der Seele. Kaum ein anderes Volk ist derart angespeist von Brüssel wie die Österreicher. Aus guten Gründen? Oder lassen die Leute Dampf am falschen Feindbild ab?

Vorwurf 1: die Jobmisere

"Die EU ist schuld an der hohen Arbeitslosigkeit", ertönt es immer wieder von links und rechts. An dieser Kritik ist etwas dran. Zwanzig Millionen Menschen suchen in Europa derzeit einen Job. In Österreich steigt die Arbeitslosenquote besonders rasant, in den letzten fünf Jahren von 3,6 auf 5,2 Prozent. Aus Panik vor einer steigenden Inflation vergaß die Union in den vergangenen Jahren mit Investitionen

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