Verknackt

Durchs wilde Korruptistan

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 04/06 vom 25.01.2006

Der Irak ist ein gefährliches Fleckerl für Journalisten - 22 Reporter und Fotografen wurden dort im letzten Jahr ermordet. Auch der als sicherer geltende kurdisch verwaltete Norden des Landes ist keine Kuschelzone.

Diese Erfahrung musste auch Kamal Karim, österreichischer Staatsbürger kurdischer Herkunft, machen. Dreißig Jahre Strafhaft fasste er aus, weil er auf der unabhängigen kurdischen Webseite Kurdistanpost den kurdischen Präsidenten und Stammesführer Massud Barsani des Machtmissbrauchs und der Korruption geziehen hatte. Am 19. Dezember 2005 wurde Karim - auch bekannt als Kamal Sayed Qadir - in einem knapp 60-minütigen Schnellverfahren für schuldig befunden, öffentliche Institutionen verleumdet und diskreditiert zu haben. Amnesty international, Journalistenorganisationen und das Außenamt kämpfen darum, den Hochschullehrer und Absolventen der Wiener Diplomatischen Akademie freizubekommen. Mit Erfolg, wie es scheint, denn im Internet wird bereits gemutmaßt, Karim könnte


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