Der Sesselkleber


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 04/06 vom 25.01.2006

MUSEEN In Wiens Museen herrscht ein Kommen und Gehen: Die Klimts gehen, die Saliera kommt. Nur einer bleibt: Wilfried Seipel, ewiger Direktor des Kunsthistorischen Museums.

Am vergangenen Sonntag steckte Wilfried Seipel, der Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM), den Dreizack in die Hand des Neptuns. Der Gott des Meeres ist eine von zwei mythologischen Figuren, die der Michelangelo-Schüler Benvenuto Cellini zur Gestaltung eines Salzfasses ("Saliera") ausgesucht hatte. Die berühmte Kleinskulptur war am 11. Mai 2003 aus dem KHM gestohlen worden. Der Täter hatte den Dreizack Ende Oktober als Beweisstück im Burggarten hinterlegt, um die Versicherung davon zu überzeugen, dass er der Dieb der "Saliera" sei, deren Wert auf fünfzig Millionen Euro geschätzt wurde.

In einem Wald im Waldviertler Dorf Brand war sie vergraben; der Dieb selbst zeigte der Polizei die Stelle. Jetzt kann Seipel wieder strahlen, und mit ihm seine Chefin, die Kulturministerin Elisabeth Gehrer, die Tage

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