Fluch der Seriosität

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 04/06 vom 25.01.2006

FILM In "Munich" nimmt Steven Spielberg den Anschlag bei der Olympiade von 1972 zum Anlass, mit Entsetzen Schabernack zu treiben.

Ein paar unauffällig gekleidete Herren mittleren Alters versammeln sich im Wohnzimmer der israelischen Premierministerin zu einem konspirativen Treffen. Golda Meïr, die Liebenswürdigkeit in Person, serviert Tee. "Eine jede Gesellschaft", sagt sie, "muss sich auf Kompromisse mit ihren eigenen Werten einlassen." Damit ist die Strafaktion von allerhöchster Stelle abgesegnet. Avner Kauffman, ein Agent des Mossad, unterschreibt seine Entlassung aus dem Geheimdienst und wird zum Leiter eines noch geheimeren, fünfköpfigen Killerkommandos bestellt, das sich in Europa auf die Jagd nach palästinensischen Terroristen macht.

Steven Spielbergs neuer Film "Munich" beginnt dort, wo Kevin Macdonalds mit dem Oscar ausgezeichneter Dokumentarfilm "One Day in September" (2000) endete: im München des Jahres 1972, wo eine palästinensische Terrororganisation namens Schwarzer


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