An den Gestaden Wiens

Kultur | Erich Klein | aus FALTER 04/06 vom 25.01.2006

LITERATUR Der Schriftsteller Dragan Velikic ist seit letztem Jahr serbischer Botschafter in Wien. Nun tritt er mit einer Lesung aus seinem jüngsten Roman auf.

Wien, das "ist die Schleimhaut meiner Patienten, das sind Brücken und Plomben", sinniert der 41-jährige Andrej, serbischer Zahnarzt und einer der Protagonisten in Dragan Velikic' jüngstem Roman, "Lichter der Berührung". Zwischen Ungargasse, Mariahilf, Hietzing, Augarten und Zentralfriedhof beginnen zwei Paare, ihr Leben neu zu ordnen: Tibor, ebenfalls Zahnarzt, der sich in seinem 47. Lebensjahr "noch immer im Prolog seines Lebens" wähnt, und dessen Frau Rita, Kostümbildnerin am Burgtheater; besagter Andrej und Gattin Olga, Bibliothekarin, die aus dem kriegsgeschüttelten Jugoslawien des Jahres 1994 nach Wien kommt und deren merkwürdiges Anliegen darin besteht, durch zahllose Straßenbahnfahrten und Kaffeehausbesuche "im Weichbild der Stadt zu verschwinden".

Wie im Leben geschieht in dem ungefähr ein Jahr umfassenden, verschachtelten


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