Fragen Sie Frau Andrea

13A-Doppeldecker

Stadtleben | aus FALTER 04/06 vom 25.01.2006

Geschätzte Genossin,

Ihrem Wunsch nach Wiedereinführung der 13A-Doppeldecker schließe ich mich voll an. Eines meiner liebsten Kindheitsrituale war es, am Samstagnachmittag von oben neidisch auf die Modbubis und-mädis vor der Camera runterzuspechteln. Und dann der exquisite Nervenkitzel bei der Durchfahrt durch das Loch im Haus bei der Pfeilgasse! Was haben die eigentlich mit den alten 13A-Bussen gemacht? Wo kurven die jetzt herum? Sind die irgendwo eingemottet und werden von Magistratsbeamten regelmäßig abgestaubt? Ob da nicht irgendwo der ultimative Skandal lauert ?

Mit den besten Wünschen, Ihre Susi

Liebe Susi,

hinter dem Verschwinden der wunderbaren Doppeldecker lauert kein Skandal. Die dicken Dreiachser sind ganz einfach Opfer des Zeitzahns geworden. Es gab zwei Serien von 13A-Doppeldeckern aus dem Hause Gräf & Stift. Die legendäre erste Serie, gut gerundete, innen aber enge und stickige Zweidecker, hatten noch einen Schaffner und pendelten in den Sechzigerjahren durch die Stadt. Eine zweite, modernere und eckigere Doppeldeckerserie gab es auch, viele Fans hatte die nicht. Ein einziger Gräf-&-Stift-Doppeldecker der legendären Type DD2F existiert noch. Der wird im Wiener Straßenbahnmuseum regelmäßig abgestaubt und ausgeführt. Klassisch 13A-Fahren kann man auch. Allerdings nicht in Wien, sondern in Dublin. Dort gibt es bis heute eine Doppeldeckerlinie dieses Namens.

dusl@falter.at


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