Knecht

Wir Durchschnittsversagerinnen


Doris Knecht
Politik | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

Vielleicht reg ich mich ja schon wieder übertrieben auf. Immer diese Beschwerden ... Ich bin verunsichert, seit ich im SZ-Magazin ein Porträt von Ursula von der Leyen gelesen habe, der deutschen Familienministerin, die auch Zwillinge hat. Plus fünf weitere Kinder; plus ein abgeschlossenes Wirtschafts-und ein ebensolches Medizinstudium. Die Geschichte handelte vor allem davon, wie die sich, neben dem Schupfen von den sieben Kindern, ein paar Viechern und einem Ministerium, auch noch ununterbrochen rechtfertigen muss, warum ihr das problemlos gelingt. Und warum praktisch alle deutschen Frauen sie hassen. Der Artikel gibt auch gleich eine Antwort, wenn er eine Familienforscherin zitiert, die meint: "Wir können uns eher mit Frauen identifizieren, die fürchterlich im Stress sind, weil sie mit dem Job, dem Mann und den zwei Kindern zu kämpfen haben." Die repräsentiere nun sozusagen ich, mit permanentem Gestöhne und endlosen Beschwerden über die Dysfunktionalität dieser miesen Gesellschaft,

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