PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

Landläufig herrscht die Meinung vor, Wilhelm Molterer sei den ganzen Tag damit beschäftigt, beim ORF zu intervenieren. Ein grober Irrtum. Schließlich versucht der ÖVP-Klubobmann nebenbei auch noch zu verhindern, dass unangenehme Nachrichten in die Zeitungen rutschen. Zum Beispiel möchte er lieber nicht die Statements des Sicherheitsexperten Robert Goliasch lesen, den die Austria Presse Agentur (APA) zum Securitycheck in die Wiener Museen geschickt hatte. "Trotz Saliera hat man dort nichts gelernt", resümierte der strenge Goliasch nach seinem Rundgang. Die Meldung war kaum online, da schrillte bei der APA auch schon das Telefon. Ob es denn Aufgabe einer Agentur sei, solche Geschichten zu bringen, beschwerte sich Molterer unmissverständlich - und demonstrierte damit einmal mehr, dass Wilfried Seipel, viel gescholtener Direktor des Kunsthistorischen Museums, in der ÖVP-Hierachie offenbar knapp hinter dem Kanzler rangiert. Die Intervention war freilich vergeblich, etliche Blätter übernahmen die Story ausführlich. Das ORF-Fernsehen nicht.


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