KUNST KURZ

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

Wenn eine Doppelausstellung gelingt, dann fördert sie mehr zutage als eine Einzelpräsentation. In der Differenz sollten die Eigenheiten eines künstlerischen Zugangs deutlicher hervortreten. Der Schau "reading in absence" (bis 4.2.), die gerade bei dreizehnzwei läuft, gelingt das in exemplarischer Weise: Tatiana Lecomte und Romana Schmalisch zeigen beide Bilder, die Mutmaßungen provozieren. Was ist an diesen menschenleeren Orten passiert, was bahnt sich hier an? Lecomtes S/W-Fotoserie "Decomposition" scheint ganz auf die Landschaft konzentriert. Unspektakulär wuchert und modert hier ein Waldstück. Einzig die Ausarbeitung der Fotos, die an einzelne Filmkader erinnern, fällt auf - ein Bild bleibt überhaupt ganz schwarz. Der Eindruck einer unschuldigen Natur schwindet, wenn man erfährt, dass diese Aufnahmen in der Nähe des KZs Buchenwald entstanden sind. Ganz anders Lecomtes Dreierserie "Wald V": Hier kurbelt dunkles Gehölz die Fantasie an. Das Video "Der Berg" von Schmalisch wiederum


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