Revolte der Stubenhocker

Kultur | Gerhard Midding | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

FILM Philippe Garrel rechnet in "Les amants réguliers" mit der Studentenrevolte von 1968 ab, ohne seine Protagonisten zu diskreditieren.

Wie ein heimkehrender Bergarbeiter sieht François aus: Sein Gesicht ist rußgeschwärzt, seinen Gliedern sind die Anstrengungen der letzten Nacht anzumerken. Bei der Geliebten seines Vaters hat er am Morgen Unterschlupf gefunden, erholt sich bei einem Bad von den Strapazen. Erschöpft und aufgewühlt rekapituliert er, was in der Nacht auf den Barrikaden passiert ist, wie brutal die Polizei gegen die Demonstranten vorgegangen ist und wie er sich auf einem Hausdach vor ihnen verstecken hat müssen. Die Verletzung an seiner Hand beglaubigt seinen mutigen Einsatz. Seine Gastgeberin, die mit den aufbegehrenden Studenten sympathisiert, hört ihm aufmerksam zu, meint schließlich aber doch: "Rufst du deine Eltern an?"

Sollte es so einfach gewesen sein, nach der Revolution, die für François und seine Freunde eine empörende Flüchtigkeit zu besitzen scheint,


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