"Skandale sind nicht schlimm"

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

MUSIK In seinem Zyklus stellt der Pianist Maurizio Pollini Klassiker Mozarts und der Moderne gegenüber. Ein Gespräch über Politik als Quelle künstlerischer Inspiration, heftige Publikumsreaktionen und - trotz des Mozartjahres - über Beethoven.

Der Concierge des noblen Ringstraßen-Hotels kann ihn nirgendwo finden, aber auf einmal steht er, wie aus dem Nichts aufgetaucht, doch da: Elegant im italienischen Straßenanzug, die amerikanische Filterlose lässig in der Rechten, lächelt er freundlich, als sei nichts gewesen. Einen Espresso noch, mit Grandezza eher in Auftrag gegeben als bestellt - und Maurizio Pollini ist bereit zum Gespräch.

Erst am Abend zuvor war der Pianistenlegende aus Mailand Unglaubliches gelungen. Im restlos ausverkauften Großen Saal des Wiener Konzerthauses hatte der 64-Jährige knapp 2000 Menschen in Atem gehalten, nicht nur mit Musik von Wolfgang Mozart, sondern, nach der Pause, auch mit Pierre Boulez' zweiter Klaviersonate. Solch harten Stoff der Nachkriegsavantgarde


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