Sex in der Kleinstadt

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

LITERATUR Es lebe das Alterswerk: In seinem wunderbaren Roman "Landleben" erzählt John Updike aus dem Leben eines Kleinstadtcasanovas.

Vermutlich ist das auf der Seite vis-à-vis ohnedies nicht so arg anders, aber Männer sind in ihrer Wahrnehmung des weiblichen Geschlechts nicht übermäßig subtil. Schön, im Detail der körperlichen Präferenzen gibt es eine Reihe von Variablen, die sich zu einer dezent an der Zweistelligkeit kratzenden Anzahl von Mustern verbinden, aber im Großen und Ganzen ist es doch ein grobes System mit ein bisschen Graubereich: Frauen sind 1. a) begehrenswert oder b) nicht; man hat mit ihnen 2. geschlafen oder 3. nicht; und 4. ist die Differenz zwischen 3. und 2. immer grotesk hoch.

Auf dieser schlichten Arithmetik beruhen 73 Prozent der Weltliteratur und circa 98 Prozent des Werkes von John Updike. "Landleben", der jüngste Roman des amerikanischen Romanciers, der in einigen Wochen seinen 74. Geburtstag begeht, macht da keine Ausnahme. Und, um es gleich vorwegzunehmen:


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