AUFGEBLÄTTERT

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

Zugegeben, es ist noch ein wenig früh, um das ehrgeizige Unterfangen Heinz Wohlers zu beurteilen, der sich vorgenommen hat, einen schweren Fall der Literaturgeschichte öffentlich zu machen. Das Projekt existiert zwar schon seit einigen Jahren - seit 1999 publiziert der Verleger Appetithäppchen aus dem Werk des US-Autors Robert Lowry -, aber weil er es lange nicht gewagt hat, die Shortstorys des 1919 geborenen Vorreiters der Beats auch zu übersetzen, liegen erst wenige auch auf Deutsch vor. Die allerdings machen Hunger auf mehr. Lowry, bislang nur als Romancier bekannt, hatte in den 1930ern eine eigenwillig räudige Poetologie entwickelt: Nur das selbst Durchlebte wurde von ihm als literarischer Stoff akzeptiert. Entsprechend groß war der Bedarf an Grenzerfahrungen, die zu kargen Alltags-und Sittenbildern verarbeitet werden konnten. In den drei Geschichten des von Wohlers verlegten Robert Lowry Journal Nr. 5, in dem von Wohlers besorgten Dossier der Nr. 16 des Literaturmagazins Laufschrift


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