NÜCHTERN BETRACHTET

Es wird zu wenig geohrfeigt

Kultur | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

Bevor die Serie "Mehr oder minder unverzichtbares Küchengerät" aus gegebenem Anlass - 2006: Jahr des Fettpinsels; 2007: Jahr des Pürierstabs - in loser Folge fortgesetzt wird, muss ich noch schnell ein paar Missstände anprangern. Neben den üblichen Neujahrsvorsätzen - nicht zu viel trinken, aber auch auf keinen Fall zu wenig! - habe ich mich zu Beginn des Jahres auch anderweitig für eine Neuorientierung entschieden. Die Altersmilde, zu der ich mich in den Jahren 1994 ff. etwas vorzeitig habe hinreißen lassen, hat sich nämlich als Sackgasse erwiesen und zu einer unschönen Symbiose aus verminderter Konfrontationsfreudigkeit meinerseits und zunehmender Unverschämtheit des Rests der Welt geführt. Das muss ein Ende haben! Der Wille ist vorhanden, das Fleisch freilich noch schwach. Radfahren und Schwimmen verlernt man ja angeblich nicht, das Austeilen von Ohrfeigen offenbar schon; und dass zu wenig geohrfeigt wird, steht völlig außer Zweifel. Allein schon die Dreistigkeit, mit der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige