BILDERBUCH

Kultur | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

Nein, dieser tobende Bandagierte ist nicht Otto Mühl! Der US-Künstler Claes Oldenburg verausgabte sich schon 1960 - also einige Jahre vor den Materialschlachten des Wiener Aktionismus - bei einem Happening, das ihn in ein "menschlich-organisches Wrack" verwandeln sollte. Seinen Körper verdrecken, verletzen, bemalen, entleeren, festnageln oder sonst wie herabsetzen wurde ab 1960 in unzähligen Spielarten praktiziert. Der gelungene Band "Kunst und Körper" dokumentiert künstlerisches Grenzgängertum von der provokanten Geste bis zum existenzialistischen Selbstversuch. In einem weiten Bogen wird die Körperkunst bis zu ihren verschiedenen Quellen verfolgt: Action-Painting hatte daran ebenso Anteil wie die feministische Kunst oder die Ausdehnung des Skulpturbegriff auf die lebendige Physis.

Tracey Warr (Hg.): Kunst und Körper. Berlin 2005 (Phaidon). 204 S., E 51,40 / N. S.


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