Frische Plastikradieschen!

Stadtleben | Gabi Horak | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

KINDER In Minopolis, der "Stadt der Kinder", schlüpfen die Jüngsten in die Rolle von Erwachsenen. Sie arbeiten für Spielgeld, das sie dann in Markenware investieren können. Die Eltern sind nur Zaungäste.

Paula weiß mit ihrer Zeit Besseres anzufangen. Sie stemmt die Hände auf den Fußboden, streckt die Beine durch und schlägt ein Rad zwischen den Menschenschlangen vor den Kassen. Es ist kurz vor zehn, Einlass in Minopolis. Paula ist fast sieben, ihre kleine Schwester Neele wird bald fünf. Zusammen mit ihren Eltern Miriam und Thomas und dem fünf Monate jungen Brüderchen wagen sie sich heute ins Getümmel.

Minopolis, die europaweit einzige "Stadt der Kinder", ist das neue Vorzeigefreizeitprojekt der Stadt Wien. Im Cineplexx bei der Reichsbrücke hat Erwin Soravia, Geschäftsleiter des Immobilienkonzerns Soravia, Ende November die "Erwachsenenwelt im Kleinformat" eröffnet, in der die Kleinen auf 6000 Quadratmetern Fläche aufs spätere Arbeiten, Leben und Konsumieren vorbereitet werden


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