Nichts gesehen, nichts gehört

ÖKOPROFIT Vizebürgermeister Walter Ferk (SPÖ) über Kontrolle, die höchst komplexen Mechanismen politischer Verantwortung und darüber, warum eigentlich der Rechnungshof schuld am ganzen Skandal ist. 

Steiermark Politik | Thomas Wolkinger | aus FALTER 05/06 vom 01.02.2006

Verantwortung ist dieser Tage in Graz ein inflationär gebrauchtes Wort. Auslöser: der Ökoprofit-Skandal. Die stadteigene CPC, mit der internationalen Vermarktung des im städtischen Umweltamt entwickelten Consultingverfahrens Ökoprofit betraut, hat unter ihrem Geschäftsführer Karl Niederl - praktischerweise zugleich Leiter des Umweltamtes - in der Abwicklung eines "Geschäftes mit Tunesien einen Schaden von zwei Millionen Euro verursacht. Niederl und einem Wiener Geschäftspartner stehen Strafverfahren wegen des Verdachts der Untreue respektive des Betrugs bevor.

Das Desaster konnte sich völlig unkontrolliert von den zuständigen Stadträten entfalten, wie der Rechnungshof vergangene Woche in einem deprimierend eindeutigen Bericht feststellte. Unmittelbar betroffen: ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl, der bis 2003 als Beteiligungsreferent neben dem damaligen Umweltstadtrat Peter Weinmeister (FPÖ) für die CPC verantwortlich war, der derzeitige Finanzreferent Wolfgang Riedler (SPÖ)


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