Der Karikaturenkrieg

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Mohammed oder Meinungsfreiheit? Worum geht es beim Streit um die ominösen Cartoons?

Wie kam es zur Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen? Ein dänischer Kinderbuchautor, Gutmensch, wie er im Buch steht, multikulti-engagiert, wohlmeinend und tolerant, suchte einen Illustrator für sein Buch über das Leben Mohammeds. Offenbar, so berichtet die Hamburger Zeit, trauten sich dänische Zeichner nach der Ermordung des holländischen Filmemachers Theo Van Gogh durch einen Islamisten nicht, das Thema anzufassen. Der Kulturchef der rechtsliberalen Tageszeitung Jylland-Posten erfuhr davon, wollte so viel Feigheit nicht hinnehmen und schrieb einen Wettbewerb aus. Dessen Resultat führte nun zu Boykotten dänischer Produkte in Saudi-Arabien, zu Attacken auf dänische und EU-Botschaften in islamischen Staaten und sogar zu Toten bei militanten Demonstrationen.

Die Karikaturen waren bereits im September 2005 erschienen. Empörte Muslime in Dänemark wandten sich damals an


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