DOLM DER WOCHE

Herwig van Staa

Politik | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

Kaum zu glauben, aber wahr: Es gibt jemanden in diesem Land, der sich bei der Rückgabe von NS-Raubkunst noch peinlicher anstellt als die Kunstministerin, nämlich ihr Parteikollege Herwig van Staa. Seit Jahrzehnten befindet sich auch ein Gemälde von Albin Egger-Lienz zu Unrecht im Besitz der Stadt Lienz. Im "ZiB"-Interview schloss der Tiroler Landeshauptmann nun einen Rückkauf durch sein Land aus und lamentierte über die teuren Hochwasserschäden, das kostspielige Pflegewesen und die aufwendige Daseinsfürsorge. Dann legte der ÖVPler noch eins drauf: Es sei auch Pflicht der Regierung, meinte van Staa, dafür zu sorgen, dass wichtige Kunstwerke nicht außer Landes gebracht werden. Und regte eine Gesetzes-änderung an - was dem Ruf nach einem Ausfuhrverbot gleichkommt. Auch das Nachkriegsösterreich wandte einst üble Tricks gegen Erben an. Offensichtlich ist da einer noch immer nicht im neuen Jahrtausend angekommen.


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