MOHAMMED-CARTOONS

Nichts zu lachen

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

Die Uhren in der islamischen Welt gehen anders. Auch die im Vorzimmer zum Büro von Anas Schakfeh, dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich. Die Wanduhr dort zeigt drei viertel drei, obwohl es in Wahrheit kurz nach fünf ist. Der Minutenzeiger zuckt verzweifelt im Sekundentakt, ohne sich weiterzudrehen. Präsident Schakfeh stehe in Kürze zur Verfügung, informiert eine Empfangsdame mit Kopftuch - derzeit sei er noch beim Gebet.

Mohammed mit Bombenfrisur, aus der eine brennende Lunte ragt. So rückte ein Karikaturist in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten den Propheten im vergangenen September ins Bild. Als andere Blätter die mäßig originellen Zeichnungen nachdruckten, verwuchs sich die respektlose Darstellung des bärtigen Heilsbringers zur internationalen Krise. Auf einmal standen sich westliche Meinungsfreiheit und islamische Religiosität im Kulturkampf gegenüber.

"Diese Zeichnungen sind nicht lustig", erklärt Präsident Schakfeh, "sie sind beleidigend."


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