Du sollst echt sein!

Politik | Robert Misik | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

DEUTSCHLAND Kanzlerin Merkel ist beliebter, als es Kohl und Schröder je waren. Mit ein Indiz dafür, dass die Zeit der männlichen Machtposen vorbei ist?

Sie ist ein Albtraum", konstatierte der Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "Beim Gehen winkelt sie die Arme nach oben ab und wirkt trotz energischen Ausschreitens wie von einem Elektromotor angetrieben. Hält sie eine wichtige Rede, verspricht sie sich. Geht sie zu einem feierlichen Empfang, hat ihr Kleid einen Fleck. Kurz: Es ist wie bei jedem normalen Menschen." In der Hamburger Zeit wird eine "geradezu schmerzhafte Ausdrucksarmut ihrer Auftritte" attestiert.

Mit einem Wort: Angela Merkel - bald hundert Tage im Amt - macht alles falsch, was man als Kanzlerdarstellerin falsch machen kann. Dabei ist sie schon recht zerzaust ins Amt geschlittert. Ihr Wahlergebnis war so miserabel, dass sogar George W. Bush darüber Witze reißt ("Wir beide wurden nicht gerade mit überwältigenden Mehrheiten gewählt"), bei den Koalitionsverhandlungen


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