Geklotzt, nicht gekleckert

Kultur | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

LITERATUR Salman Rushdie zeigt, wie man mit dem Hammer schreibt, und nähert sich in "Shalimar der Narr" dem islamistischen Terror mit Fabulierlust und eherner Faust.

Dass magischer Realismus und Aufklärung kein Widerspruch sein müssen, hat Salman Rushdie mit seinen großen Romanen "Mitternachtskinder" und "Die satanischen Verse" hinreichend bewiesen. Dass Rushdie sich mittlerweile, wie er selbst betont, wieder frei bewegen kann, darf man getrost als, zumindest temporären, Triumph der Freiheit über den Fanatismus ansehen. Diesen Triumph hat Rushdie in seinem neuen Roman "Shalimar der Narr" ein weiteres Mal Gestalt werden lassen, und zwar in der Figur der 24-jährigen India Ophuls, die in einem hollywoodreifen Showdown am Mulholland Drive dem fanatischen und fanatisierten Mörder ihres Vaters gegenübersteht.

550 Seiten zuvor hat der Roman mit der Ermordung oder vielmehr der Abschlachtung von Max Ophuls auf offener Straße begonnen, durchgeführt mit einem Messer vom Ehemann seiner ehemaligen


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