Meet Ze Monsta

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

TANZ Die amerikanische Choreografin Meg Stuart ist Spezialistin für subtile Horrorszenarien. Im Tanzquartier zeigt sie demnächst ihr neues Gruselstück "Replacement".

Es empfiehlt sich, die Performances von Meg Stuart wie Unfallstellen zu betrachten. Wenn's auf der Straße kracht, liegen überall Wrackteile herum, vielleicht auch Verletzte oder Tote. Die Polizei sichert die Spuren und versucht, den Unfallhergang zu rekonstruieren. So ähnlich geht es dem Zuschauer bei Meg Stuart. "Man kann sich ungefähr vorstellen, was passiert ist", beschreibt die Choreografin selbst ihre Arbeit. "Aber man weiß es nicht genau."

Stuarts Performances haben narrativen Charakter, aber die einzelnen Szenen folgen keiner herkömmlichen Erzähldramaturgie, fügen sich nie zu einem Ganzen. Das kann beim Betrachter für Frustration sorgen, ist aber mitverantwortlich für den eigentümlichen Reiz ihres Theaters. Es ist ein Kopftheater, ein Theater der Innenwelten, ein Theater der - im wahrsten Sinn des Wortes


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