Flucht nach vorn

Kultur | Michael Pekler | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

FILM "Kaltes Land" von Niki Caro ist ein glaubwürdiges Sittenbild einer frauenfeindlichen Gesellschaft im Amerika der Achtzigerjahre.

Es ist wahrlich ein kaltes Land, hoch oben in Minnesota in den Achtzigern. Die Gewalttat und den Täter bekommt man nicht zu Gesicht, nur einen auf das Einfamilienhaus zurasenden Wagen, einen hilflosen Jungen und ein kleines Mädchen, das von der Mutter in den ersten Stock geschickt wird. Mit blutunterlaufenen Augen und aufgeplatzter Lippe meldet die junge Josey (Charlize Theron unter Oscar-Verdacht) die Schläge des Ehemanns jedoch nicht der Polizei, sondern flieht mit den Kindern zum Haus ihrer Eltern. Doch die Hilfe der Mutter scheint begrenzt, der Empfang durch den Vater frostig.

Vom Haareschneiden kann die Frau in der alten und neuen Heimat nicht leben, also nimmt sie einen Job dort an, wo alle arbeiten - beim lokalen Eisenbergwerk, das die Gegend wirtschaftlich und sozial dominiert und dessen Arbeitstore erst seit kurzem für Frauen geöffnet sind, ein


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