Amerika ist nicht genug

Gerhard Midding | Kultur | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

FILM Das Filmmuseum zeigt das Gesamtwerk von Sam Fuller und bietet damit Anlass, das Bild zu überprüfen vom großen Primitiven, der ein Kino der Aktion, nicht aber der Reflexion geschaffen hat.

Seine Filme waren für das Publikum der Vorstadtkinos gedacht, nicht für das der Festivalpaläste. Sie funktionieren auf der ursprünglichen Wirkungsebene des Kinos, der Sensation; sie basieren auf Szenarien der Raserei, die nicht mit den Fingern, sondern mit der geballten Faust in die Tasten der Schreibmaschine gehauen wurden.

Seinen Entdeckern, dem Amerikaner Manny Farber und erst viel später den Kritikern der Cahièrs du Cinéma, galt Sam Fuller (1912-1997) als einer der eigensinnigsten, subversivsten Autorenfilmer im Studiosystem Hollywoods, dessen ruppig-lyrischer Stil Widerhaken schlug in die Konventionen der Genres. Mit dem Instinkt des Reporters spürte er brisante Themen auf - Rassismus, organisiertes Verbrechen, sexuelle Perversion, die Absurdität des Kriegs - und setzte sie um in Geschichten,

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