Küsst Keiths Kreppsohle!

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

MUSIK Miles Davis geht in den Keller krachen: Die Livemitschnitte aus dem Cellar Door vermitteln einen Eindruck von den Energien der frühen Siebziger.

Die späten Sechziger-und frühen Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts stehen nicht ganz zu Unrecht in dem Ruf, durch die sperrangelweit geöffnete Türe zum Oberstübchen einer ganzen Generation nicht nur Friede, Freude, freie Liebe, sondern in deren Gefolge auch ein ganzes Schüppel Irrtümer hereingewunken zu haben, die man sich eventuell auch hätte sparen können. Was will man machen? Wo Revolution schon zum Frühstück am Speisezettel steht, wird auch nicht zu knapp Milch verschüttet, über die man nachher nicht blöd zu weinen braucht. Keith Jarrett etwa muss des kanariengelben Lederjöppchens wegen, das er am 29. August auf der Isle of Wight trug (mehr davon später), noch heute zum Therapeuten. Ist aber egal. Denn für die Musik, die er damals gespielt hat, würden ihm 95 Prozent aller Keyboarder, die bei Trost sind, heute noch


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