KUNST KURZ

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

Die Künstlerin Elke Krystufek zieht sich nicht nur exzentrisch an, sie integriert auch Textilien in ihre Ausstellungen. Während sie früher oft bedruckte Stoffe bemalte, hat die frischgebackene Professorin für Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste zuletzt selbst Kleidungsstücke kreiert. Ihre trashige Antimode, die an Punk denken lässt, nähte Krystufek bisher aus Flohmarktware. Ganz anders nun im Mak: Im Rahmen der Mak-Nite präsentiert die Künstlerin am 14. Februar um 20 Uhr Kleider und Accessoires aus dem alpinen Stoff-Walk. Die neue Kollektion Yin Yang Eye Edition entstand in Zusammenarbeit mit dem Modelabel Garage Span. Es wird auch eine Performance von Krystufek zu sehen sein. Musikalischer Support kommt von SiRenèe und Taliban Records.

Als "Chirurgie ohne Betäubung" bezeichnet der weiße Südafrikaner Steven Cohen seine verstörenden Performances; die statische Kunst erschiene ihm hingegen wie "Betäubung ohne Chirurgie". Vom 8. bis zum 16. Februar tritt Cohen jeden Abend ab 19.30 Uhr im Kunsthalle project space auf. In seinen queer-barocken Auftritten setzt sich Cohen mit seiner diskriminierten Identität als homosexueller, jüdischer Künstler im Südafrika der Postapartheid auseinander. Den Hintergrund von Cohens aktuellem Solostück "Dancing Inside Out" bildet die Beschäftigung mit dem französischen Widerstand und der Kollaboration unter der NS-Besatzung. Der Künstler arbeitet dafür auch mit Videomaterial, unter anderem mit Aufnahmen von eigenen unangekündigten Aktionen im öffentlichen Raum. Mehrere Videodokumentationen von Cohens Performances sind bis 19. März im Kunsthalle project space zu sehen.


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