NÜCHTERN BETRACHTET

Männer ohne Pürierstab

Kultur | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

Er habe soeben seine erste Gusseisenkasserolle mit einem Silikonfettpinsel ausgebuttert und müsse in Paulus' Silikonfettpinselskepsis miteinstimmen, ließ Tobias letzte Woche per SMS wissen. Man kann dieses Gerät also wohl getrost auf den Müllhaufen der gescheiterten Küchentechnologie werfen. Wer sich, so wie ich, in Ärztekreisen bewegt (Tobias ist Ärztinnengatte), der weiß, dass das gut geerdete Menschen sind, die sich kein X für ein U vormachen und auch nicht jeden Fettpinselfirlefanz als hygienischen Fortschritt verkaufen lassen. Ärzte sind vor grobem Unfug weitgehend gefeit: Statt sich einen Hund anzuschaffen, heiraten sie, gründen eine Familie und ziehen ihre Brut auf, ohne so zu tun, als wäre das weiß Gott wie schwer oder ein bedeutendes politisches Statement. Wer hin und wieder den Fettpinsel schwingt oder den Pürierstab anwirft, anstatt dauernd zu den angesagtesten Zitronengraszuspitzern der Stadt zu rennen, dem kann man auch getrost seine Nierensteine und Neurosen


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