STADTRAND

Paranoia? Geschenkt

Stadtleben | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

Wieso glauben manche Verlagshäuser, sie müssten uns mit veralteten Ausgaben ihrer Druckerzeugnisse beglücken? Nichts ist so alt wie das "Seitenblickemagazin" des Vormonats. Und was haben wir davon, wenn wir im "Woman", das uns wer auf der Straße in die Hand drückt, lesen, was vor 14 Tagen irre angesagt war, wenn es schon wieder aus der Mode ist. Unlängst lag sogar eine Vortags-"Presse" vor der Türe. Wozu? Zum Fischeinpacken? Für den Vogelkäfig, oder für tropfnasse Schneeschuhe als Unterlage, um das Parkett zu schonen? Immerhin achten sie aufs Haltbarkeitsdatum, wenn sie uns irgendwo aus Promotiongründen Lebensmittel schenken. Das hoffen wir zumindest, weil wir, zugegebenermaßen und aus reiner Gier, in derlei Fällen selten aufs Verfallsdatum schauen, sondern Trinkjoghurt, Salatdressings, Diät-Cola oder Pflanzenöl, das man uns auf der Straße zusteckt, ungeschaut hinunterstürzen. Schließlich will man uns doch nicht vergiften. Dabei, Terroristen Obacht, wären gerade Werbegeschenke im öffentlichen Raum die ideale Anschlagmethode. Hoppla, hoffentlich entwickeln wir jetzt keine Paranoia. C.W.


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