Fragen Sie Frau Andrea

Die Farbe der U

Stadtleben | aus FALTER 06/06 vom 08.02.2006

Liebe Frau Andrea,

die Wiener Straßenbahnen sind mit Buchstaben oder Zahlen gekennzeichnet (J oder 46), Busse durch eine Zahl und den Buchstaben A (13A). Was aber will uns der Buchstabe B nach einer Zahl sagen? Und stimmt es, dass die ersten U-Bahn-Linien, die in Wien gebaut wurden, mit Farben codiert wurden, die zwei wichtigen lokalen Fußballvereinen sowie einer dominierenden Stadtpartei zugeordnet werden können? Der Antworten harrend, dankbar,

Johannes, Internet

Lieber Johannes,

die Nomenklatur der Wiener Busse ist einfach: Linien mit dem Zusatz A werden von den Wiener Linien betrieben, Busse mit B von einer privaten Firma ("b" wie "brivat"). Die Kolorierung der Wiener U-Bahnen den Fußballvereinen Rapid (grün wie die U4) und Austria (violett wie die U2) sowie der Wiener SPÖ (rot wie die U1) zuzuordnen ist ein einnehmender Gedanke, der bei der U6 (braun) und der U3 (orange) versagt. Die wahren Hintergründe des Farbkonzepts dürften profaner sein. Man hat, so U-Bahn-Forscher Horst Prillinger, dem Beispiel anderer Städte folgend, primär kontrastreiche Komplementärfarben ausgewählt. Über die unterbewussten Hintergedanken des zuständigen Beamten Dipl.-Ing. Gilnreiner sind keine Details bekannt. Wenig Farbverwandtschaft finden wir in der pastellfarbenen Linienpalette der Pariser Metro. Es liegt nahe, dass das Wiener System dem der New Yorker Subway, der London Underground und dem der Moskauer Metro folgt. Die größte U-Bahn-Farbverwandtschaft gibt es aber mit dem guten alten Berlin.

dusl@falter.at


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