Das Gewicht der Hand

Elfriede Jelinek | Steiermark Kultur | aus FALTER 07/06 vom 15.02.2006

LITERATUR Fredy Kolleritsch zum 75. Geburtstag: Eine Würdigung.

Fredy Kolleritsch ist es gelungen, ohne Druck, ohne Zwang Menschen um sich zu versammeln. Er hat nie Macht ausgeübt, die schreibenden Menschen sind ihm zugeflogen. Die Leute sind einfach bei ihm zusammengekommen, und er hat sie bei sich behalten (nicht so wie wenn man etwas grade noch bei sich behalten kann und nicht von sich geben muß, ein nach Krankheit oft ersehnter Punkt im Dasein), sozusagen mit leichter Hand hat er die divergierenden Wesen und Kräfte an sich gedrückt, aber nicht so fest gedrückt, daß sich das, was sich bei diesem oder jenem Wesen entfalten hätte können (die Möglichkeit hat er immer gesehen!), nicht wirklich entfalten hätte können. Das ist ziemlich viel: keine Macht über eine Gruppe auszuüben, die man zusammengebracht hat. Man muß sich dazu vergessen können, sich selbst, aber dieses Sich Selbst Vergessen darf kein Verlassen der anderen sein. Man nimmt sich selbst leicht, aber die anderen

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