Runde Sache

Steiermark Kultur | Hermann Götz | aus FALTER 07/06 vom 15.02.2006

THEATER Einen wundervollen Theaterabend macht sich Marc von Henning mit Schnitzlers "Anatol".

Achtung, Sie könnten sich verlieben. Vielleicht nicht gerade in Dominik Warta als Frauenheld Anatol, aber in das gleichnamige Stück, so wie Marc von Henning es (dicht auf den Fersen von Arthur Schnitzler) inszeniert. Der in London geborene Regisseur liefert am Schauspielhaus Graz eine Schnitzler-Inszenierung, bei der einfach alles stimmt. Den Damen und Herren aus der ersten Reihe stellt er ein Pianino vor die Füße, Pianist Franz Steiner untermalt von hier aus live das Treiben auf der Bühne. Vor allem aber begleitet Steiner Anatols Geliebte, wenn sie zwischen den Szenen jeweils ein Ständchen bringen - nicht dem Geliebten, sondern der Liebe (dabei Schnitzler dicht auf den Fersen). Die einzelnen Songs geben den Darstellerinnen Gelegenheit, ihren Figuren eine weitere Facette abzugewinnen, und verleihen dem Theaterabend eine feine Sinnlichkeit, die in Schnitzlers geistvollem Text nur zwischen den


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