VOM GRILL

Gleiches Recht, individuell

Steiermark Stadtleben | Mathias Grilj | aus FALTER 07/06 vom 15.02.2006

Jugendschutz schützt die Jugend vor allem, was sie gern möchte. Herumziehen, saufen, rauchen. Reif ist man, sobald man sich das wieder abgewöhnen möchte. Hat man es geschafft, ist das Leben sowieso aus. So oder so. Jugendschutz ist Ländersache. So dürfen sich Tiroler ab 18 mit Schnaps vollkübeln, Wiener schon ab 16. Jetzt soll das bundesweit nivelliert werden. Ist das klug? Weil wir Menschen verschieden sind und dies eher gut als schlecht ist, denke ich da ganz anders. Ich bin für individuelle Lösungen. Circa so: Wer nach zwölf Cognac einen Handstand schafft oder drei Gedichte von Heine aufsagen kann, bleibt bundesweit bis halb vier auf, am Nachmittag. Das ist angemessen, doch in der jugendschützerischen Praxis, um einen pannonischen Denker zu zitieren, sehr kompliziert.

Cognac, Handstand, Heine, Gesetz - das wird uns weiterhin beschäftigen.

Grundsätzlich aber geht es mir gegen jegliche Gleichmacherei. Als Macho (spanisch Männchen) und als stolzer Feminist bin ich auch gegen Quotenregelung. Als ich beim "herbst" unter Christine Frisinghelli gedient hab, gab es in der Mannschaft keine zehn Prozent Mann. Habe ich da nach Quote gekräht?

Übrigens: Die Kärntner sollten erst ab dem hundertsten Lebensjahr wählen dürfen. Vorher mangelt es ihnen einfach an politischer Reife. Sie sind nicht dafür? Na gut, dann halt ab 120.


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