Nur kein falsches Mitleid

Politik | Eva Menasse | aus FALTER 07/06 vom 15.02.2006

WIEDERBETÄTIGUNG Am 20. Februar steht David Irving in Wien vor Gericht. Mitleid mit dem Holocaustleugner ist fehl am Platz: Irvings Lebensprojekt ist die Vermarktung seiner selbst. Er stürzte sich auf das, was ihm die meiste Aufmerksamkeit einbrachte: die Verteidigung der Nazis.

Es ist erstaunlich: Jedes Mal, wenn es dem selbsternannten britischen Historiker David Irving gelingt, sich und seine Belange einer größeren Öffentlichkeit aufzudrängen, steht reflexartig eine Reihe Liberaler auf, um zähneknirschend für ihn einzutreten. Mitte November wurde Irving aufgrund eines seit 1989 bestehenden Haftbefehls in Österreich festgenommen, und sofort wird in Kommentaren ein schwammiger Begriff von Meinungsfreiheit gegen das Verbotsgesetz in Stellung gebracht. International erklärten eine Reihe prominenter Irving-Gegner im Brustton der Überzeugung, dass dieser Irving zwar ein widerlicher Holocaustleugner sei, dafür aber nicht eingesperrt werden dürfe. Und die rechtsextreme deutsche Nationalzeitung

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