VERBOTSGESETZ

Der Zeit gemäß?

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 07/06 vom 15.02.2006

Der "Buchdienst" der FPÖ-Postille Aula in der Blattmitte überzeugt durch seine einschlägige Produktpalette: Neben CDs wie "Wunschkonzert für die Wehrmacht" und Büchern wie "Churchills Friedensfalle", "Frontsoldat Hitler - Der Freiwillige des Ersten Weltkrieges" oder "Rasse, Evolution und Verhalten" hat die Aula auch Ergüsse des britischen Holocaustleugners David Irving im Programm. Und zwischen in Frakturschrift verfassten Inseraten und Texten, die beispielsweise der Frage nachgehen, ob Holland deutsch ist, werden dann auch die Verhaftung und der Prozess Irvings als Faschingsscherz apostrophiert.

Wie zeitgemäß - fragen die Aula-Autoren und deren Kameraden am rechten Rand - ist das Verbotsgesetz? Und auch liberale Denker hinterfragen die Verfassungsnorm kritisch, wofür sie in deutschtümelnden Publikationen begeistert zitiert werden. Wie viel Meinung, auch wenn sie faschistisch, rassistisch, neonazistisch, totalitär oder einfach nur blöde ist, verträgt eine gesunde Demokratie?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige