STREIFENWEISE

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 07/06 vom 15.02.2006

Eine außergewöhnliche Frau steht im Zentrum von Karin Bergers nicht weniger außergewöhnlichem neuem Film, einem knapp einstündigen Dokumentarbericht mit dem trügerisch poetischen Titel "Unter den Brettern hellgrünes Gras". Ceija Stojka, heute 72 Jahre alt, Romní von Geburt und Künstlerin von Beruf, erzählt die Geschichte ihrer Kindheit, deren größten Teil sie in Vernichtungslagern der Nazis verbringen musste, in Auschwitz, Ravensbrück, Bergen-Belsen. Anders als der 1999 realisierte Kinofilm "Ceija Stojka", der sich gleichfalls der langjährigen Freundschaft zwischen den beiden Frauen verdankte, bleibt die neue Arbeit dicht und unmittelbar, ohne Abschweifungen oder Ausflüchte, fast zur Gänze am erinnerten, gesprochenen Wort: Wie sich Kinder unter Leichenbergen wärmten, wie Mutter und Tochter von den Alliierten befreit wurden, wie schwierig das alltägliche Leben danach war. Man hört und sieht und kann's einfach nicht fassen. "Unter den Brettern hellgrünes Gras" verhält

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