KUNST KURZ

Nicole Scheyerer | Kultur | aus FALTER 07/06 vom 15.02.2006

Der deutsche Künstler John Bock ist schon ein Wunderknabe, was die planvoll-chaotische Verwurstung von Krimskrams, Worthülsen und Bildern von sich selbst zu raumfüllenden Installationen betrifft. Dabei fällt die aktuelle Schau "Gute Stube" bei Meyer Kainer (bis 23.2.) nicht so überbordend aus, wie wir es von dem stets tumb dreinschauenden Vierzigjährigen gewöhnt sind. Am Anfang der Schau findet sich ein biederes, wohnzimmerliches Arrangement mit mehreren komischen Geräten: Ein Barhocker und ein Staubsauger werden hier durch Holzbretter vermählt und ein Tisch mit Töpfen zu einem Schlaginstrument umgebaut. Derweil hängt eine kopflose Figur von einem Galgen. Aus ihrem Hosentürl quillt ein klebriger rosa Klumpen in Fußballgröße, offenbar eine penisartige Körpererweiterung. Im zweiten Ausstellungsraum befindet sich eine lange Collage aus Zeichnungen und Fotos von Bock beim Performen. Auf die Papierarbeit wird ein Aktionsvideo projiziert. Offenbar hat der Künstler die Psychoanalyse-Kapitalismus-Kritik

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