Erstarrte Welt

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 07/06 vom 15.02.2006

NATUR Minustemperaturen und anhaltende Schneefälle haben das Naturspektakel "Eisstoß" wieder aktuell werden lassen. Nachforschungen über ein historisches Katastrophenszenario, das auf die Stadtentwicklung bis heute großen Einfluss hat.

Das Jahr 1830, Wien und der Weltuntergang. "Der Anblick der Leopoldstadt war grauenhaft. In den Straßen zerbrochene Schiffe und Geräthschaften, in den Erdgeschoßen zum Theil noch stehendes Wasser und schwimmende Habe." Dann verschärft der Dichter den Ton seines Berichts von der Apokalypse, es gibt viele Tote in der Stadt, viel Verderbnis. "Als ich, dem Gedränge ausweichend, an ein zugelehntes Hofthor hintrat, gab dieses nach und zeigte im Thorwege eine Reihe von Leichen, offenbar Behufs der amtlichen Inspektion zusammengebraucht und hingelegt; ja, im Innern der Gemächer waren noch hie und da aufrecht stehend und an die Gitterfenster angekrallt verunglückte Bewohner zu sehen, die - es fehlte eben an Zeit und Beamten, die gerichtliche Konstatierung


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